Unterwegs im Koreanischen
Unterwegs im Koreanischen

The Judge Returns

Man/frau starrt auf den Bildschirm und denkt: Ach, die Menschen. Wieder diese Sehnsucht nach einem Neustart, weil sie es beim ersten Mal erwartungsgemäß vermasselt haben. 

„The Judge Returns.“ Es ist 2026 und die Welt ist immer noch ein feuchter Keller voller gieriger Greise. Auf den erste Blick sieht es aus wie ein Echo von „Again My Life“ von 2022. Weiter ist Südkorea zwischenzeitlich nicht gekommen? (Schaut man/frau sich geopolitisch um, dann der Rest der Welt ebenfalls nicht…)

 

Die Botschaft ist so ernüchternd, dass man sich am liebsten in ein dunkles Zimmer legen möchte. Ohne Magie, ohne einen metaphysischen Systemfehler, bekommt man diese korrupten Fossilien nicht vom Brett. Es braucht einen Zeit-Reset, um überhaupt den Mut für Anstand und Integrität aufzubringen. Was für ein Armutszeugnis für die Spezies.

Und dann: Man nimmt ein paar Figuren aus dem Spiel, aber das Spiel lacht sich kaputt. Die Korruption ist kein Fehler im System, sie ist das System. Ein endloser Krieg, ein kleiner Sieg, aber am Ende bleibt alles grau?

 

Immerhin ist da Ji Sung. Er trägt dieses unerschütterliche Gesicht vor sich her. Als Richter im zweiten Anlauf ergreift er seine Chance in aller Konsequenz. Tut mal eine Weile gut, das Gefühl zu haben, dass sich etwas bewegen könnte.

 

Also, Fazit?

10/10 für Ji Sung (man möchte ihn einfach nur ansehen).
3/10 für die Hoffnung (die, wie wir wissen, ohnehin nur ein Mangel an Information ist).

 

Nicht nur.

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass es nicht nur Ji Sungs Gesicht ist, das ein Lichtblick im Sumpf ist. Es ist auch das, was es verkörpert. (Außerdem ist er damit nicht ganz allein.)

 

Inmitten dieses Sumpfes gibt es diese feinen Momente, in denen die Serie über das Recht nachdenkt. Das KDrama (dem das gleichnamige Webtoon zugrunde liegt) verneigt sich trotz allem vor dem Gesetz. Nicht, weil es perfekt wäre – Gott bewahre, es ist löchrig wie ein Schweizer Käse! – sondern weil es das Einzige ist, was wir zwischen uns und der totalen Willkür haben. Es ist Sisyphos-Arbeit, ja, jeden Tag den Stein des Rechtsstaates den Berg hochzurollen, nur damit er uns wieder auf die Füße fällt.

Deswegen ist die Arbeit aber nicht sinnlos.

 

Im Koreanischen gibt es dafür diesen wunderbaren Begriff: Cheon-myeong. 

Wörtlich: Mandat des Himmels. Das Schicksal annehmen, egal wie ausweglos die Lage scheint.

 

Prädikat: wertvoll.

판사 이한영 - Pansa Lee Han-young

Lit.: Richter Lee Han-young

 

2026, 16 Episoden

 

Hauptdarsteller*innen:

- Ji Sung

- Won Jin-ah 

- Park Hee-soon

- Tae Won-seok 

- Baek Jin-hee 

- Oh Se-young 

- Hwang Hee

 

Plot:

Lee Han-young ist ein brillanter, aber im System festgefahrener Richter, der schließlich ermordet wird, weil er sich den Machenschaften einer mächtigen Elite aus Politik und Wirtschaft entgegenstellt. Anstatt zu sterben, wacht er jedoch im Jahr 2016 wieder auf – genau zehn Jahre vor seinem Tod.

Mit dem Wissen um die kommenden Korruptionsskandale, Fehlurteile und die Namen seiner Mörder beginnt er ein gefährliches Spiel. Er nutzt seine zweite Chance nicht nur für persönliche Rache. Während er vorgibt, nach den Regeln der „alten Herren“ zu spielen, versucht er, deren Macht von innen heraus und mit den Mitteln der Rechtsprechung zu untergraben. 
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